F-35 von Freewing

      So, gestern habe ich die Form gebaut!

      Zuerst habe ich auf dem vorbehandelten Trennbrett die Formverschraubungen und Passstifte positioniert. Diese dienen dazu, dass ich später mit geschlossener Form die Höhenruder laminieren kann. Die Gegenstücke folgen dann mit der anderen Formenhälfte.
      Anschließend habe ich das Ganze mit Formenharz überzogen. Das ist ein sehr zähflüssiges Spezialharz, das dann später besonders glatt ist. Darauf habe ich als Kopplung zu den Gewebelagen Glasfaserschnitze gestreut. Nachdem das Harz angetrocknet war, wurde eine Harzschicht aufgebracht, welche mit weiteren Glasfaserschnitzen und Baumwollflocken verdickt war. Das ergab eine dicke, zähflüssige Pampe, die zusätzliche Stabilität und eine hoffentlich gute Kopplung zwischen Formenharz und Gewebe ergeben soll.
      Darauf habe ich dann eine Lage 163g, zwei Lagen 430g und eine weitere Lage 163g Gewebe laminiert. Zum Abschluss folgte eine weitere Schicht Formenharz.
      Vom Laminiervorgang habe ich leider keine Bilder, da kein Fotograf vor Ort war und ich etwas harzverschmiert war.

      Insgesamt ist die Aktion recht gut gelungen, nur im Bereich der Verschraubungen habe ich größere Lufteinschlüsse. Da muss ich mir nächstes Mal etwas überlegen, ich hoffe, dass die Form dort trotzdem ok ist und die Kopplungsschicht und das Formenharz zusammen ausreichen stabil sind.

      Das Konstrukt ist inzwischen trocken, ich warte aber noch bis heute Abend, bevor ich versuche, die Form vom Trennbrett zu nehmen. Wenn das mit dem Wachsen und dem Trennmittel gut geklappt hat, kann ich die Form hoffentlich leicht ablösen, ohne das etwas beschädigt wird.

      Bilder
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      Das ganze war übrigens ziemlich erfolgreich. Die erste Form ließ sich sehr einfach vom Trennbrett ablösen. Nach den üblichen Wachsschichten habe ich dann auch wie zuvor die zweite Schale laminiert. Nach dem Trocknen habe ich dann mit dezenter Gewaltanwendung die Form geöffnet und das Urmodell herausgenommen. Dieses wurde kaum beschädigt, nur etwas Oberfläche blieb in der Form (siehe letztes Bild).
      Die Formen machen einen ziemlich guten Eindruck, ich musste nur im Bereich der Trennkante etwas nachschleifen und die in der Form verbliebenen Oberfläche herauslösen.

      Die zweite Formenhälfte weist auch einige Fehlstellen auf, die ich noch nacharbeiten muss, im Großen und Ganzen bin ich aber sehr zufrieden.
      Bilder
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      Nach recht aufwendigen Reperaturarbeiten an der zweiten Formenhälfte war es dann soweit für den ersten Laminierversuch:
      Die Formen wurden zuerst mit weiß eingefärbtem Gelcoat bestrichen. Dieses ist später die Oberfläche des Modells und sorgt dafür, dass diese glatt ist und nicht die Gewebestruktur der Glasfasermatte hat. Anschließend habe ich eine Lage 50g und eine Lage 160g Gewebe einlaminiert. Zusätzlich sorgen einige 2mm Balsaspanten für zusätzliche Formstabilität. Der große Block ist für die Aufnahme der Scharniere bestimmt.
      Die Form wurde noch im nassen Zustand geschlossen und verschraubt (die Passdübel leisten hier bei der Positionierung gute Arbeit), damit sich die Laminathälften optial verbinden und ich sie nicht wieder anschleifen und verkleben muss.

      Nach etwa 24 Stunden Trocknung habe ich die Form wieder geöffnet und konnte das Höhenruder relativ problemlos entnehmen. Wie man sieht wurde ein Teil des Harzes nach außen gedrückt, was sich leicht entfernen ließ.
      Das fertig nachbearbeitete Teil ist auf dem dritten Bild zu sehen. Die Oberfläche ist schön glatt und weist auch keine Fehlstellen auf. Die Stabilität ist sehr gut.
      Leider ist das Teil, wahrscheinlich durch das Gelcoat, doch recht schwer geworden (60g im Vergleich zu den 10g des Schaumteils). Für den ersten Laminierversuch bin ich damit aber sehr zufrieden.

      Die Form ist auch schon wieder geschlossen für das zweite Höhenruder, dieses Mal mit deutlich weniger Gelcoat und auch mit 2x50g Gewebe, also auch hier etwa 50% weniger. Keine Ahnung, ob das ausreicht, aber dank der Form kosten mich diese Versuche kaum Geld und Arbeit, weshalb ich auch einmal die Untergrenze ausloten kann.

      Wie man auf dem letzten Bild sieht, habe ich auch mit dem Formenbau für das Seitenruder begonnen, das Urmodell ist ja schon seit einiger Zeit bereit, ich hatte nur auf die Tests mit dem Höhenruder gewartet.
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      Update, dieses Mal ohne Bilder:
      Ich habe den neuen Höhenrudertest erfolgreich entformt, an der Form gab es dieses Mal keine Schäden. Leider hat sich die Gewebereduktion ziemlich negativ auf die Festigkeit ausgewirkt, das neue HR ist etwa so stabil wie ein Joghurtbecher :/
      Macht aber nichts, es ging mir genau darum, herauszufinden, wie weit ich bei so etwas gehen darf. So weit anscheinend nicht. Ich werde daher auf die Gewebeanordnung des ausreichend stabilen ersten Versuchs zurück gehen und es bei dem stark reduzierten Gelcoat belassen. Damit müsste ich das Beste aus beiden Versuchen erhalten.
      Das Gewicht des neuen Teils beträgt übrigens ohne Abschneiden der Harzüberstände etwa 25g, der (hoffentlich) finale dritte Versuch liegt dann wahrscheinlich bei 27-30g, was gegenüber der 60g des ersten Versuchs ein großer Fortschritt wäre.

      Die erste Formenhälfte für das Seitenruder habe ich auch laminiert, da geht es dann vermutlich Dienstag weiter.
      Ich setze den Monolog dann mal fort...

      Stand gestern Abend:
      Die Form für das Höhenruder ist wieder bereit. Da geht es heute Nachmittag weiter, hoffentlich dann mit dem ersten praxistauglichen Höhenruder. Ich habe meine beiden fertigen aber schonmal an das alte Heck gehalten, schön zu sehen, dass das Teil symmetrisch genug ist, es beidseitig verwenden zu können!

      Die erste Hälfte der Seitenruderform ist auch fertig. Ich habe wieder etwas mit dem Prozess experimentiert und die äußere Formenharzschicht und die Kupplungsschicht weggelassen, hauptsächlich, um Kosten zu sparen, gerade das Formenharz ist irrsinnig teuer. Gerächt hat sich der Verzicht auf die Kupplungsschicht durch diverse Lufteinschlüsse im Bereich der Verschraubungen und Passstifte, da werde ich dann nächstes Mal nicht mehr sparen.
      Die Form ist aber trotzdem noch zu retten, ich habe die Löcher mit Epoxid gefüllt und werde das dann später herunter schleifen. Ich hoffe, dass ich im Bereich des eigentlichen Ruders keine Fehlstellen habe, das werde ich aber erst sehen, wenn die zweite Formenhälfte fertig ist.
      Mit der werde ich dann vermutlich am Wochenende beginnen können.
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      Ich schaue eigentlich täglich hier rein, um den Fortschritt zu sehen. Finde es super wie Du Dich an ein optimales Ergebnis heranarbeitest und lerne natürlich immer mit. Bei mir im Kopf entsteht schon langsam ein Funjet in doppelter Größe der aus ner GFK Form hüpft.
      ...aber das weißt Du ja...
      Gruss Roland
      Im Kopf reicht nicht, im Keller muss er entstehen!
      Aber trotzdem schön, dass es Leute gibt, die es interessiert, was ich hier tue.

      Mit der Seitenruderform gibt es weiter Probleme: Ich habe die Fehlstellen mit Epoxid ausgebessert und wieder geschliffen, beim Schleifen haben sich aber neue Fehlstellen geöffnet. Zum Glück alle recht klein, es scheint aber so, als hätte sich das Formenharz mit den Gewebelagen nicht richtig verbunden. Da das eigentlich die Aufgabe der von mir weggelassenen Kopplungsschicht war, habe ich an der Stelle wieder was gelernt...

      Wie mache ich jetzt weiter? Da die Fehlstellen das Urmodell nicht betreffen, werde ich die neuen Fehlstellen wieder zuspachteln (mit richtigen Spachtel dieses Mal, damit ich nicht so stark schleifen muss und das Risiko die Form weiter zu beschädigen nicht so groß ist) und erstmal die zweite Hälfte Laminieren. Nach dem Entfernen des Urmodells muss ich mit dann ansehen, ob die erste Formenhälfte noch verwendbar ist oder sich die Fehlstellen auch im Bereich des Seitenruders fortsetzen. In diesem Fall werde ich eine neue Form bauen müssen.
      Da das mit der Seitenruderform ja jetzt erstmal langsamer voran geht (wachsen, warten, wachsen usw...), habe ich alles für den Bau der Flügel vorbereitet. Also die Rippen am CAD abgeleitet, ausgedruckt und auch zum Sägen vorbereitet. Meine Montageplatte ist auch schon bereit. Leider ist es schon zu spät, um die Säge noch anzuwerfen, also musste ich das erstmal verschieben.
      Anbei auch meine gespachtelte Form, mal sehen, ob das gut geht...
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      Ok, das Wochenende war ich ein bisschen faul:

      Es hat nur gereicht, die zweite Formenhälfte für das Seitenruder zu bauen und das Höhenruder (inzwischen der dritte Versuch) zu entformen. Das ist jetzt leicht und stabil (ca.30g) und erfüllt damit die Anforderungen. Die Form ist auch wieder in Vorbereitung für das zweite Höhenruder, mit etwas Glück kann ich diese Form dann zum Wochenende wegräumen.
      Ich habe auch schonmal die Flügelrippen ausgesägt und auf mein neues Baubrett geklebt. Man sieht dabei auch sehr gut die starke Schränkung des Flügels, die mir beim Formenbau bestimmt Freude bereiten wird...
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      Wieviel Grad Schränkung planst Du dabei? Sieht echt nach viel aus.
      Bin wieder gespannt, wie sich das Gewicht zum Styro entwickelt.
      Gruß Roland
      Und hier wäre die Seitenruderform:
      Ist recht gut geworden, leider wieder einige Ausbrüche an der Kante. Mit meinem Prozess in Bezug auf die Kopplungsschicht stimmt da was noch nicht.
      Vielleicht klappt es ja beim Flügel...
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      Aktuell arbeite ich daran, die Ausbrüche in der Seitenruderform zu beheben. Dazu habe ich passende Balsastücke geschnitten und mit Klebeband als Trennmittel versehen. Diese habe ich dann an den Ausbruchkanten platziert und Formenharz zugegeben. Ziel der Aktion war es, eine definierte senkrechte Fläche zu erhalten und andererseits weniger Schleifen zu müssen. Hat an sich erstmal ganz gut geklappt. Wenn ich mit der Schleiferei durch bin sehen wir weiter...

      Der Flügel schreitet auch langsam voran, die Oberseite ist beplankt. Auf dem letzten Bild sieht man ganz gut die Torsion der Hinterkante, der Außenflügel ist gegenüber der Wurzelrippe um 4° negativ angestellt. Obs was bringt, weiß ich nicht. Angeblich soll so der Strömungsabriss später kommen. Wenn nicht, siehts immerhin gut aus :thumbup:
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      Schränkung kenne ich nur mit 1-2 Grad bei großen Flächen so mit 1m Spannweite und größer und recht wenig Flächentiefe. Sieht schon echt sehr ungewöhnlich aus bei der kurzen und tiefen Fläche. Bin auf die Flugeigenschaften sehr gespannt.
      Gruss Roland
      1 Grad bei 1m Spannweite? das wäre bei mir Bauungenauigkeit :P

      Die Aufbereitung der Form geht weiterhin recht schleppend voran, ich habe so langsam alle Fehlstellen gespachtelt, die mit Harz vollgelaufenen Gewinde wieder freigeschnitten und den Formenrand begradigt.
      Wenn das Harz trocken ist, folgen hoffentlich die letzten Schleifarbeiten, bevor ich den ersten Abformversuch wagen kann...

      Nach dem Desaster werden die Flügelformen hoffentlich besser...
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      Die Form sieht irgendwie anders aus. Liegt das am Schleifen? Oder ist das die Außenseite?
      Das ist die Außenseite. Ich habe die Form im geschlossenen Zustand geschnitten, damit beide Hälften gleich groß werden.
      Im Gegensatz zur Höhenruderform habe ich beim Seitenruder auf die äußere Formenharzschicht verzichtet, um Kosten zu sparen. Daher sieht man auch die ganzen Luftblasen, die das HR zwar auch hat, da ist es aber nicht sichtbar.

      Ich arbeite noch dran und hoffe auf den Flügel...
      Ich hatte ja noch nie Bock auf den ganzen Formen Bau und Harzkleberkran, bin 1987 an einem Surfboard gescheitert. Heute habe ich eine andere Einstellung dazu, den Formenbau überlasse ich anderen und die kleberei mache ich soweit ich es kann. Hut ab vor deiner Arbeit!
      Frohes neues Jahr!Inzwischen habe ich die erste Entformung des Seitenruders gemacht. Das Ergebnis ist ok, aber nicht überragend. Ich habe jetzt zusätzliche Kohlefaserbänder in Nasen- und Endleiste einlaminiert, das hat nochmal ordentlich Stabilität gebracht. Die Formen sind für den nächsten Durchgang bereits vorbereitet, ich hoffe, dass ich dann demnächst endlich mal die ersten echten Fertigteile habe.

      Nebenbei habe ich, während an den Flügeln der Leim getrocknet ist, zusammen mit Fabian am Rumpf weitergebaut. Da im Schaumteil immer noch ein großer Verzug war, mussten wir zusätzlich zur Nase ein Mittelstück bauen, das dann eingepasst und beplankt wurde. So langsam erkennt man auch, was es werden soll. Natürlich bleibt noch jede Menge Feinarbeit zu machen...
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